7/2018 - im Verfahren

Bebauungsplanung "Ansiedlungsstandort Mühlrose" Gemeinde Schleife

Das Planungsziel ist die Bereitstellung von Bauflächen zur Umsiedlung der durch den Tagebau Nochten beanspruchten Siedlungsfläche der Trebendorfer Ortschaft Mühlrose. Es wird ein Bebauungsplan gemäß § 10 BauGB aufgestellt.

Seit dem Inkrafttreten des gegenwärtig rechtsverbindlichen Braunkohlenplans Tagebau Nochten haben sich die energiepolitischen und -wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich geändert. In der Konsequenz legte das Bergbauunternehmen LEAG am 30. März 2017 ein Revierkonzept für die Lausitz vor, welches auch Veränderungen für den Tagebau Nochten beinhaltet. So soll das bislang gesicherte Abbaugebiet 2 bis auf das Teilfeld Mühlrose reduziert werden.

Die Fortschreibung des Braunkohlenplanes Tagebau Nochten legt mit seinem schriftlich festgesetzten Ziel Z12 den Fokus auf die Sozialverträglichkeit der Umsiedlung für die betroffenen Menschen. Sozialverträglichkeit bedeutet vor allem Partizipation, gemeinsame Umsiedlung, differenzierte Angebotsplanung und Planungssicherheit.

Im Zuge der Bürgerbefragung (Herbst 2017) stimmten die übergroße Mehrheit der Mühlroser Bürger für den Wunschstandort im Norden der Gemeinde Schleife. Aus den weiteren Abstimmungs- und Mitwirkungsprozessen durch Einzelgespräche, Gruppengespräche zur Standortvormerkung (2018) sowie den Verhandlungen zum Mühlrose-Vertrag resultierte der städtebauliche Entwurf. Jedem Umsiedler kann ein Grundstück nach seinen Anforderungen zur Verfügung gestellt werden.

Es sind ca. 40 Grundstücke für eine dörfliche Einzelhausbebauung mit Grundstückstiefen von 20 – 50 Metern und ergänzenden Gärten geplant. Im Entwurf ordnen sich die Grundstücke um den Dorfkern herum an und bieten so einen guten Landschaftsbezug jedes einzelnen Grundstücks. Der Qualität einer Vielzahl von öffentlichen Flächen am Altort wird im Entwurf mit dem Angebot zweier großer öffentlicher Freiflächen beantwortet. Diese bieten eine hohe Aufenthaltsqualität und dienen der Unterbringung sozialer, kultureller und sportlicher Einrichtungen. Die Einbettung in das bestehende Landschaftsgefüge mit Wald und Heckenstrukturen wird durch ergänzende Dorfrandeingrünung verstärkt.